Gerade als wir bereit sind, die romantische Komödie des Ensembles endgültig abzuschreiben, kommt Crazy, Stupid, Love, um uns mit dem unwiderstehlichen Charme eines Mr. Right, der ein Dutzend roter Rosen trägt, von den Füßen zu reißen.

John Leslie (Regisseur)

Im Gegensatz zu vielen anderen Flubs der letzten Zeit, vom herzlosen Larry Crowne bis zum überfüllten Valentinstag, ist dieses schlaue Konfekt des Regieteams von I Love You Phillip Morris einzigartig und strotzt vor chaotischem Leben. Es tippt zuvorkommend seinen Hut vor Genrekonventionen, strebt aber nach etwas Besonderem, indem es uns mehr bietet als hübsche Menschen, die mit einfachen, leicht lösbaren romantischen Erfindungen gesattelt sind.

Die meisten romantischen Comedy-Charaktere – insbesondere die Frauen – sind lächerlich süß, verrückt und so auf NutraSweet aufgebockt, dass sie nicht einmal im Entferntesten echt sind. In Crazy, Stupid, Love ist niemand so ein überfordernder Menschenfresser. Sie sind fehlerhaft, lustig und verletzend, während sie durch den Umgang mit Liebe, Leben und Familie stolpern. Wie erfrischend ist das?



Crazy, Stupid, Love klickt dort, wo andere scheitern, dank eines Zusammenspiels von Faktoren: dem riskanten Drehbuch von Drehbuchautor Dan Fogelman (Pixars Cars), der raffinierten Mischung aus kantiger und konventioneller Regie von Glenn Ficarra und John Requa und einer Traumbesetzung, die beinhaltet Steve Carell, Ryan Gosling, Julianne Moore und Emma Stone.

Carell spielt Cal, einen durchschnittlichen Mann mittleren Alters, der durch eine Falltür fällt, als seine Frau Emily (Moore) verkündet, dass sie sich nicht nur scheiden lassen will, sondern auch eine Affäre mit einem Kollegen (Kevin Bacon) hat.

Auch wenn wir nicht sehen, wie Emily und Cal vor der Trennung waren, bekommen wir eine Ahnung, dass ihre Leidenschaft in einer ersten Einstellung fast gestorben ist. Während die Kamera durch ein Restaurant fährt, sehen wir die manchmal spielerischen Fußreiben unter dem Tisch zwischen anderen gut besohlten Gästen. Dann landet die Kamera auf den abgetragenen Turnschuhen von Cals und Emilys fernen Füßen.

Nach Emilys Enthüllung mietet Cal eine unscheinbare Wohnung und beginnt, in einer noblen Bar abzuhängen, wo er sein genaues Gegenüber trifft – den Playboy Jacob Palmer (Ryan Gosling), einen gemeißelten Adonis, der aussieht, als wäre er vom neuesten GQ-Cover abgestiegen. Jacob nimmt Cal unter seine Fittiche und macht einen My Fair Buddy-Shtick auf ihn, wodurch er zu einem kleinen Spieler wird.

Cals und Emilys 13-jähriger Sohn Robbie (Jonah Bobo) verfolgt unterdessen die Babysitterin Jessica (Analeigh Tipton), die heimlich in Cal verknallt ist. Um die Herzensangelegenheiten noch weiter zu komplizieren, wird Playboy Jacob zunächst von der faszinierenden angehenden Anwältin Hannah (Emma Stone) verschmäht, die nicht auf seine schmuddeligen, aber effektiven Pickups und ausgefallenen Fäden hereinfällt.

Während sich das Leben dieser Charaktere weiter verschränkt, spielen sich Themen über unerwiderte Liebe und Liebe, die einer größeren Reparatur bedarf, auf amüsante und ergreifende Weise ab. Das Drehbuch bietet jede Menge Überraschungen – einschließlich einer, die nicht ganz ehrlich wirkt, aber dennoch effektiv bleibt –, während der Film zu einem urkomischen Showdown übergeht, der an Schrauberkomödien von einst erinnert.

Da dies eine Ensembleleistung ist, ist es fast unfair, eine Person in der Besetzung hervorzuheben. Carell mildert seine üblichen Possen und enthüllt nicht nur Verletzlichkeit, sondern auch einen Hauch von Bitterkeit, der ihm gut tut. Moore wird eine herausfordernde Rolle zugeteilt, eine Figur, die in traditionellen Rom-Coms in späteren Akten Pratfälle verdienen würde. Aber ihre Emily ist als Frau in einer Midlife-Crisis immens glaubwürdig und sympathisch. Gosling hätte nicht besser besetzt sein können; seine Darbietung und sein komisches Timing sind fast so perfekt wie sein Körper. Stone bezaubert weiterhin und wird ihrem ganzen Hype gerecht. Die jüngeren Schauspieler sind ebenso herausragend, da Bobo diese unordentliche, schmerzende Verwirrung bei Jugendlichen anspricht, die wir alle erlebt haben, während Tipton den schlaksigen Wunsch einer jungen Frau vermittelt, als Erwachsene angesehen zu werden.

Crazy, Stupid, Love gibt jedem dieser gut gezeichneten Charaktere – und damit auch seinen Schauspielern – eine Chance zu glänzen. Die hier geäußerten Stimmen sind einzigartig.

Das Ergebnis ist eine charmante romantische Komödie, die nicht nur den Glauben an die Macht des Genres wiederherstellt, sondern sich als einer der besten Filme des Sommers erweisen kann.

Verrückte dumme Liebe

*** ½

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Bewertung: PG-13 (grober Humor, sexueller Inhalt und Sprache)
Darsteller: Steve Carell, Ryan Gosling, Julianne Moore, Emma Stone, Jonah Bobo, Analeigh Tipton, Marisa Tomei, Kevin Bacon
Direktoren: Glenn Ficarra und John Requa
Laufzeit: 1 Stunde,
58 Minuten


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