Selbst für Zack Snyder ist das Unsinn.



Der Regisseur von 300 und Watchmen hat Comics als Quellenmaterial, wenn nicht sogar Inspiration, vorübergehend aufgegeben. Sucker Punch basiert auf Snyders eigenem Konzept und wurde von ihm und Steve Shibuya geschrieben, behält aber Snyders hyperstilisierte Gewalt und seinen durch und durch jugendlichen Realitätssinn bei.

Ein großer Tag für Schulmädchen-Fetischisten und Fanboys mit einer Vorliebe für Steampunk (aber mit Snyders bleiernen Dialogen muss man es Steamclunk nennen), dieser atemberaubende Misserfolg leiht sich von Baz Luhrmanns Moulin Rouge, Marc Caro und Jean-Pierre Jeunets The City of Lost Children, Quentin Tarantinos Kill Bill und eine Vielzahl von Melodramen für Psychiater von The Snake Pit bis The Uninvited. Wenn das nach einem coolen Mash-up klingt, wäre es vielleicht so gewesen – wenn Snyder etwas anderes im Sinn hätte als explodierende Zeppeline, feuerspeiende Drachen, japanische Samurai-Kämpfe und Carla Gugino mit einem kampflustigen polnischen Akzent.





Dies ist ein schlechter Film – und nicht im guten Sinne von schlecht.

günstigster Ort zum Leben in Kalifornien

Der Film, der vage in den 60er Jahren spielt, beginnt mit einem langen, dialogfreien Abschnitt, in dem unsere 20-jährige Heldin Babydoll (Emily Browning) und ihre jüngere Schwester ihre Mutter verlieren. Sie sind einem grausamen Stiefvater (Gerard Plunkett) ausgeliefert, der die Schwester tötet und Babydoll anhängt. Er versteckt sie schnell in diesem furchterregendsten aller Höllenlöcher: Brattleboro, Vt.



Es ist kein Albtraum aus urigen B&Bs und Kunstgalerien, die auf Babydoll warten, sondern eher eine gotische Nervenheilanstalt, in der der offensichtlich korrupte Chefarzt Blue (Oscar Isaac) präsidiert. Er plant Babydoll sofort für eine Lobotomie in fünf Tagen ein.

Der Film wechselt dann zu einer Ebene unerklärlicher Fantasie, in der das Krankenhaus stattdessen ein Nachtclub ist. Blau wird als Zuhälter umgestaltet und die Insassen als exotische Tänzer. Sie sind keine typische Psychiatrie, sondern ein Harem burlesker Schönheiten: Sweet Pea (Abbie Cornish), Rocket (Jena Malone), Blondie (Vanessa Hudgens) und Amber (Jamie Chung).



An Babydolls Führung planen die Mädchen ihre Flucht. Sie müssen eine Reihe von Gegenständen (einschließlich einer Karte, eines Messers) sammeln, von denen sie alle versuchen, sie zu erhalten, während Babydoll tanzt. Sie ist anscheinend so gut, dass es jeden, der zuschaut, in eine Art Trance versetzt. Wir sehen ihre Bewegungen nie, sondern wechseln zu einer weiteren Ebene der Fantasie.

Jeffree Star altes Haus

Jede Aufgabe wird nicht in der Nachtclubwelt ausgeführt, sondern in einem anderen, symbolischen Bereich, in dem ein weiser Mann (Scott Glenn) sie in brutalen, absurden Tests führt: ein Drachentöten; Schwert- und Maschinengewehrkampf mit Steinsamurai; und am bemerkenswertesten sind deutsche Zombiesoldaten in einem Comicbuch zum Ersten Weltkrieg. (Wenn sie erschossen werden, zischen sie und entleeren sich wie Ballons.)



Es stellt sich natürlich die Frage: Was für Drehungen macht Babydoll nur, um solche Ehrfurcht zu bewirken und solchen imaginären Müll heraufzubeschwören? Ist es wie Beyoncés Single Ladies Dance? Denn das war ziemlich mächtig.

Nein, stattdessen ist es für Snyder nur eine faule Technik, seine ohnehin schon außergewöhnlich dünne Geschichte auf die unterste Ebene zu reduzieren. Warum auf Sinnhaftigkeit oder Subtilität schießen, wenn eine Erzählung – mit den lahmen Tricks – einfach in ein blutiges Videospiel-Level verwandelt werden kann?



Man fühlt mit den talentierten Schauspielern, die in solchen Hokum geschwemmt werden. Cornish spielt den Beschützer der Gruppe und ist immer noch auffällig, selbst nachdem er von der glänzenden Poesie von Bright Star zum beinahe Analphabetismus von Sucker Punch gefallen ist. Jon Hamm war auch irgendwie überzeugt, mitzumachen, und spielte eine noch seltsamere Figur: einen gewissenhaften Lobotomie-Chirurgen. Dass Browning, gekleidet wie ein japanisches Schulmädchen, in einem solchen Film keine Präsenz hat, sollte ihr nicht übel genommen werden.

Hauspreise steigen

Snyder packt seine Filme mit schweren, dröhnenden Partituren von meist gecoverten Popsongs, von denen Browning einige in Sucker Punch singt. Annie Lennox, Jefferson Airplane und die Pixies gehören zu denen, deren Lieder zu nihilistischen Märschen umgestaltet werden.

Das einzige, was Sie Snyder mitgeben können, ist sein Händchen für Choreografien, selbst wenn er in einem überwiegend auf Greenscreen produzierten Film arbeitet. In stark manipulierten Bildern, die oft verlangsamt sind, wird er keine Nahaufnahme eines Messers in der Luft oder einen Roundhouse-Kick beim Aufprall verpassen.

Ist das der Filmemacher, dem der nächste Superman-Film anvertraut wurde? Man kann nur hoffen, dass er die deutschen Zombiesoldaten und Charaktere namens Rocket auf Krypton zurücklässt.

Solltest du deinen Eiswürfelbereiter ausschalten

'Sucker Punch'

*

Bewertung: PG-13 (für Sexualität, Gewalt und Sprache)
Darsteller: Emily Browning, Abbie Cornish, Carla Gugino und Jena Malone
Regie: Zack Snyder
Laufzeit: 1 Stunde, 50 Minuten




Tipp Der Redaktion