„RANGO“ BEWEIS, dass Pixar kein Monopol auf supertolle Animationen hat. Es ist ein überschwänglicher, gewagter Liebesbrief an Spaghetti-Western, der sich als Kinderzeichentrick verkleidet. Und es liefert köstlich auf beiden Ebenen.

Johnny Depp liefert die Stimme einer glücklosen, neurotischen Eidechse, die in der Wüste zwischen harten Schädlingen gestrandet ist, ohne besondere Investitionen, um sie am Leben zu erhalten. Als Chamäleon hat er die Gabe, sich einzufügen. Wie ein natürlicher Schauspieler begreift er schnell, was sein neues Publikum will – einen Gesetzeshüter, der Dirt, ihre wasserhungrige Stadt, rettet – und macht glauben, dass er nur der Zweifäuste-Galoot dafür ist die Arbeit. Auch er überzeugt sich selbst und stellt sich allen möglichen Sidewindern mit einer Mischung aus unbeholfenem Getöse und charmant getäuschtem Selbstbewusstsein. Seine Mission, den Bürgern etwas zu geben, an das sie glauben können, wird zu einer kniffligen existenziellen Suche.

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Der Film vereint Depp mit dem Regisseur Gore Verbinski, dessen cartoonartige Fluch der Karibik-Filme wie Comicstrips mit Live-Schauspielern dahinrasen. Der Wechsel des Teams in die eigentliche Animation befreit es, die Grenzen der Slapstick-Sichtknebel bis an den Rand des Surrealismus zu verschieben. Dieser Film ist eine Albernheit der Klasse A, die keine Chance auslässt, einen absurden Witz einzufügen, der an den Uneingeweihten vorbeizoomen könnte. Rango Depp begegnet Fear and Loathing Depp in einer halluzinogenen Begegnung mit einem Gonzo-Nomaden in einem brüllend roten Roadster.

Dennoch behält das Garn eine starke, mitreißende Handlung bei, die sich großzügig an den Kanon von Clint Eastwood anlehnt. Seltsamerweise hat Rango eine besser entwickelte Handlung als die meisten Western.

Rango, die erste abendfüllende Animation des Effektstudios Industrial Light and Magic, ist ein Urlaub fürs Auge. Seine Aktion steht vor grandiosen Panoramalandschaften des Südwestens, deren epische Ausblicke in satten Farben und lebendigen Details wiedergegeben werden. Jedes Staubkörnchen in einem Lichtstrahl, jede Facette in einem Schnapsglas einer Bar, die Falten in Rangos Reptilienhaut – kein Pixel auf dem Bildschirm wurde nicht innerhalb eines Zentimeters seines Lebens kunstorientiert.

Die Actionsequenzen sind schwindelerregende, todesmutige Wunder. Die animierte Besetzung – eine Menagerie von Gila-Monstern, gehörnten Kröten, Klappern, Ratten und anderen Wildtieren der Grenzregion – ist stark individualisiert und ausdrucksstark. Das asymmetrische Pokerface der Eidechse mit seinen wie Geschütztürmen rotierenden Peepern ist menschlich nicht sehr mobil, aber dennoch mühelos zu lesen.

Der Soundtrack ist so fesselnd wie der Look des Films. Hans Zimmers Partitur ist eine witzige Hommage an Ennio Morricones Beifußopern. Das Vokalensemble ist inspiriert: Bill Nighy, Harry Dean Stanton, Isla Fisher als Depps geradliniges Liebesinteresse und Ned Beatty, der seinem schurkischen Teddybären in Toy Story 3 mit einem noch fieseren Powermonger folgt. Ich werde nie die Magie ergründen, mit der sein alter Schildkrötencharakter John Huston in Chinatown ähnelt, aber ich schätze das Bild. Bravo. Hut ab. Gut erledigt.

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'RANG'

BEWERTUNG: A-minus
BEWERTUNG: (PG für unhöflichen Humor, Sprache, Action und Rauchen)
Besetzung: Johnny Depp, Ned Beatty, Isla Fisher, Bill Nighy, Abigail Breslin
REGISSEUR: Gore
Verbinski
LAUFZEIT: 1 Stunde, 47 Minuten


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